7. LGBT+ Business Forum | 10.10.2019

Hass und Mobbing auf Social Media – wie sich Hate Speech gegen LGBT+ auf Unternehmen auswirkt

Unter diesem Motto fand am 10. Oktober 2019 zum bereits siebenten Mal das LGBT+ Business Forum, veranstaltet von Pride Biz Austria in Kooperation mit IBM statt.

Neues Logo – gleicher Anspruch!

Ziel des LGBT+ Business Forums ist es nach wie vor, mit CEOs, Unternehmer_innen und HR-Verantwortlichen zu diskutieren, warum es sich lohnt, sexuelle Orientierung sowie geschlechtliche Vielfalt in Unternehmen zum Thema zu machen.

Happy Birthday Erste Group!

Diesjährige Gastgeberin war, wie auch schon 2017, die Erste Group. Dieses Jahr markiert das 200-jährige Jubiläum der Bank, die in vielfältiger Weise für Diversität der Mitarbeiter_innen, sowie Kund_innen steht. Erst vor zwei Jahren wurde die Business Resource Group „Erste Colours“ gegründet und gehört mittlerweile schon zu den etablierten „Regenbogengruppen“ von Unternehmen in Österreich – wie auch das EAGLE-Netzwerk von IBM!

„Diversität macht uns besser“

Eröffnet wurde das Forum von Alexandra Habeler-Drabek, Chief Risk Officer der Erste Group und Marco Polak, Director of Sales und Mitglied der Geschäftsführung der IBM Österreich. Habeler-Drabek betonte, wie wichtig es als Bank ist, Stellung bei gesellschaftlichen Fragen zu beziehen und dass auch die kognitive Diversität der Mitarbeiter_innen relevant für den Erfolg eines Unternehmens ist. Daran schloss sich Polak an: bei IBM gelten die gleichen Anti-Diskriminierungsstandards in allen 170 Ländern in denen der Konzern tätig ist – unabhängig von staatlichen Gesetzen.

Sichtbarkeit von LGBTI im Netz – Gefahr und Chance

Die Keynote von Autorin und Digital-Expertin Ingrid Brodnig war das Highlight des diesjährigen LGBT+ Business Forums. In ihrem Vortrag erläuterte sie, wie „die dunkle Seite des Internets“ funktioniert und wie diese als Verstärker von Homophobie fungieren kann. Brodnig plädierte für drei Zugänge im Umgang mit LGBTI-feindlichen Reaktionen auf Social Media: 1) Arbeitgeber_innen müssen hinter ihrem Leitbild und ihren Mitarbeiter_innen stehen und dürfen Anfeindungen nicht ignorieren.  2) Negative Kommentare sind meist die Minderheit; Social Media-Beauftragte sollten nicht nur auf diese Aussagen antworten, sondern auch die positiven Rückmeldungen wertschätzen bspw. in Form von Likes und Kommentaren. Denn die große Mehrheit hat ein offenes Weltbild was verstärkt gezeigt werden sollte.  3) Humor hilft! Negativen Aussagen mit humorvollen Antworten zu begegnen kann helfen, Luft aus der Diskussion zu nehmen und generiert schnell auch viel Aufmerksamkeit für das Unternehmen.

Workstreams: Top-Down oder Bottom-Up?

Im Anschluss erläuterten in einer Talk-Runde Tanja Baechle, Client Exec (IBM), Julia Valsky, Chief Diversity Officer (Erste Group) und Karin Kafesie, Leiterin Strategisches Marketing & Kundenkommunikation (VIG) darüber, wie wichtig die klare Positionierung von Unternehmen nicht nur in der Zentrale, sondern auch in den Töchterunternehmen ist. Es braucht neben Bottom-Up-Initiativen also auch ein klares Commitment aus dem Top-Management, um erfolgreiches Diversity Management zu betreiben. Darauf aufbauend konnten die Teilnehmer_innen des Forums in drei Workstreams Lösungen für ein Fallbeispiel erarbeiten. Unter Anleitung von Tanja Baechle, Ursula Schnellinger, Abteilungsleiterin sMarktservice (sDG Sparkassen Dienstleistungs gmH) und Rudolf Pailer, Senior IT Architect (IBM) wurden Ideen gesammelt, wie die Geschäftsführung, das mittlere Management und Straight Allies im Falle von Hate Speech reagieren könnten.

Hier geht’s zu den Ergebnissen der Workstreams: Ergebnisse_LGBTBF+19