13. LGBTIQ+ Business Forum | 20251001

LGBTIQ+ Inclusion & Collaboration: Weil Werte nur zählen, wenn wir sie leben.

Mittwoch, 1. Oktober 2025 – Wie gelingt es, LGBTIQ+ Inclusion nachhaltig in Organisationen zu verankern? Welche Rolle spielen Zusammenarbeit, Allyship und eine klare Haltung – und warum sind genau diese Faktoren entscheidend für Innovationskraft und zukunftsfähige Unternehmenskulturen?

Diesen Fragen widmete sich das 13. LGBTIQ+ Business Forum, das Pride Biz Austria gemeinsam mit IBM veranstaltete. Gastgeberin und Kooperationspartnerin war in diesem Jahr die Siemens AG Österreich, die zahlreiche CEOs, Unternehmer:innen, People & Culture Expert:innen sowie Diversity-Verantwortliche zum gemeinsamen Austausch begrüßte. Ziel des Forums war es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Impulse für eine inklusive Arbeitswelt zu entwickeln.

Nach der Eröffnung durch Lara Pyko (Head of People & Organization, Siemens AG Österreich), Marco Porak (Generaldirektor, IBM Österreich) sowie Lukas Burian und Astrid G. Weinwurm-Wilhelm (Pride Biz Austria) eröffnete Floria Susan Moghimi mit ihrer Keynote „Ally oder Alibi: Wie solidarische Verbündete Veränderung schaffen“ den inhaltlichen Teil des Forums.

Allyship beginnt mit Haltung

Floria Susan Moghimi verdeutlichte eindrucksvoll, dass wirksames Allyship vor allem eine Frage der Haltung ist. Anhand des Konzepts der „Ally Cookies“ zeigte sie auf, dass echte Unterstützung nicht der eigenen Anerkennung dient, sondern darauf abzielt, marginalisierte Menschen zu stärken und ihnen Raum zu geben. Schon in der Keynote vonwurde deutlich: Wirkungsvolles Allyship beginnt mit Haltung. Unter anderem erklärte Moghimi anschaulich das Konzept des „Ally Cookies“ – ein Sinnbild dafür, dass echte Unterstützung nicht darauf abzielt, sich selbst zu belohnen oder in den Vordergrund zu stellen. Gute Allys stehen neben oder hinter der betroffenen Person – nie davor.

Mit ihrer Keynote machte sie deutlich, dass Allyship keine einmalige Handlung ist, sondern eine bewusste Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen – zuzuhören, Privilegien zu reflektieren und dort aktiv zu werden, wo Inklusion im Alltag gelebt werden kann.

Führung, Zusammenarbeit und Verantwortung

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Thomas Steinböck (EBCONT), Karol Dziwiński (Siemens Energy) und Miroslav Maťavka (Siemens Healthineers) über die Bedeutung von Zusammenarbeit, Employee Resource Groups (ERGs) und die Rolle von Allies im Unternehmensalltag. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Organisationen über symbolische Maßnahmen hinaus eine Kultur schaffen können, in der Inklusion nachhaltig gelebt wird.

Einen besonderen Akzent setzte anschließend Patricia Neumann, CEO der Siemens AG Österreich, mit ihrem Impuls zur Bedeutung von Allyship im Top-Management. Sie machte deutlich, dass nachhaltige Veränderung nur dann gelingt, wenn Führung Verantwortung übernimmt und Diversität als strategischen Erfolgsfaktor versteht. In einem anschließenden Interview mit Lara Pyko wurde klar: Eine inklusive Unternehmenskultur entsteht dort, wo Werte nicht nur formuliert, sondern tagtäglich gelebt werden.

Interaktive Workstreams: gemeinsam lernen – gemeinsam verändern

Ein besonderes Highlight des Nachmittags waren die drei interaktiven Workstreams. Gemeinsam mit Cornelia BauerAndrea Skrinjar Filippi und Miroslav Maťavka setzten sich die Teilnehmenden mit Fragen auseinander wie: Welche Privilegien bringen wir selbst mit? Wie können wir Unconscious Bias erkennen? Und wie gelingt es, im Berufsalltag vom Bystander zum Upstander zu werden?

Die praxisnahen Diskussionen machten deutlich, dass Allyship bereits im Kleinen beginnt – durch Mikroaktionen, Zivilcourage und den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig zeigte sich, wie wertvoll Räume sind, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und voneinander gelernt werden kann.

Das 13. LGBTIQ+ Business Forum hat einmal mehr gezeigt: Nachhaltige LGBTIQ+ Inclusion gelingt nur gemeinsam. Wenn Unternehmen, Führungskräfte, Mitarbeitende und Allies zusammenarbeiten, entstehen Organisationen, in denen Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern als Stärke verstanden wird. Denn Werte zählen nur dann, wenn wir sie leben.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmenden für den inspirierenden Austausch sowie der Siemens AG Österreich für die Gastfreundschaft und die hervorragende Zusammenarbeit. Ebenso bedanken wir uns bei unserem langjährigen Kooperationspartner IBM für die gemeinsame Ausrichtung des LGBTIQ+ Business Forums.

Fotos © Siemens AG Österreich

 

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