Sechs Auszeichnungen für Österreich bei EPBN-WISE Conference & Awards Ceremony in Prag | 3. Juni 2026


Prag, 29. Mai 2026Mehr als 550 Teilnehmer:innen aus 24 europäischen Ländern, über 130 vertretene Unternehmen und Organisationen sowie hochrangige Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft kamen am 29. Mai 2026 bei der EPBN-WISE Conference & Awards Ceremony „Protect Workplace Inclusion in Europe“ in Prag zusammen. Im Fokus standen die Zukunft inklusiver Arbeitswelten, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftesicherung und der Umgang mit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung.

Den Abschluss der Konferenz bildete die erstmalige Verleihung der EPBN-WISE Inclusion Awards für Unternehmen und Organisationen sowie die zweite Verleihung der europäischen Role Model Awards. Dabei durfte sich Österreich über insgesamt sechs Auszeichnungen freuen: Mit IKEA, ÖBB und Erste Group gingen drei der insgesamt 14 Unternehmensauszeichnungen nach Österreich. Zusätzlich wurden drei österreichische Persönlichkeiten mit Role-Model-Auszeichnungen für ihr Engagement für inklusive Arbeitswelten geehrt.

Österreichische Unternehmen auf europäischer Bühne ausgezeichnet

Erstmals wurden Unternehmen aus mehreren europäischen Ländern anhand einer gemeinsamen Methodologie im Bereich LGBTIQ+-Inklusion bewertet. Diese basiert auf dem österreichischen Meritus, der seit 2009 alle zwei Jahre vergeben wird. Die europaweite Anwendung zeigt, wie österreichische Expertise zur Weiterentwicklung von Diversity-Standards auf europäischer Ebene beiträgt.

Die Awards wurden vor Ort von Vertreter:innen der ausgezeichneten Unternehmen entgegengenommen, unter anderem von:

  • Nicole Steger, Equality, Diversity & Inclusion Leader bei IKEA Austria
  • Traude Kogoj, Konzernbeauftragte für Gender & Diversity bei den ÖBB
  • Mirsad Aljušević, Group Diversity Officer der Erste Group

„Als globales Unternehmen ist IKEA in vielen Ländern zuhause – aber diese Auszeichnung berührt besonders, weil sie unsere Arbeit hier in Österreich würdigt. Zu sehen, dass unser lokales Engagement für LGBTQIA+ Inklusion, Sichtbarkeit und Chancengerechtigkeit auf europäischer Ebene wahrgenommen und anerkannt wird, erfüllt uns mit großem Stolz. Momente wie dieser geben uns die Gelegenheit innezuhalten und zu würdigen, was wir gemeinsam erreicht haben – aber vor allem motivieren sie uns, weiterzumachen. Denn wir wissen: Es gibt noch viel zu tun. Das sind wir unseren Kolleg:innen, unseren Kund:innen und der Gesellschaft schuldig.“

Victor Franco, Country People & Culture Manager bei IKEA

 

 
Fotos der Preisträger:innen IKEA (links) und ÖBB (rechts) nach der Verleihung

Role Models für Sichtbarkeit und Veränderung

Neben Unternehmen wurden auch Persönlichkeiten ausgezeichnet, die weit über ihre beruflichen Rollen hinaus Verantwortung übernehmen und sich aktiv für mehr LGBTIQ+-Inklusion, Sichtbarkeit und chancengerechte Arbeitswelten einsetzen. Insgesamt wurden europaweit 28 Role Models ausgezeichnet – in den Kategorien Leader LGBTIQ+ Role Models, Outstanding LGBTIQ+ Professionals und LGBTIQ+ Ally Role Models. Die Auszeichnungen würdigen Menschen, die durch ihr Engagement Veränderung anstoßen, Barrieren abbauen und anderen Mut machen.

Als österreichische Role Models wurden ausgezeichnet:

  • Anna Geiger, Innovation Lead bei der iC group
  • Annamaria De Franco, Portfolio Head Regulatory Affairs bei Sandoz
  • Ken Goigner, Lehrer und Fellow bei Teach For Austria

Ihre Geschichten zeigen, wie unterschiedlich Wege zu mehr Inklusion aussehen können – und wie wichtig persönliche Sichtbarkeit, Allyship und Bildungsarbeit für nachhaltigen Wandel sind.

„Wer heute baut, gestaltet die Welt von morgen – deshalb setze ich mich für Vielfalt als Fundament der Baubranche ein. Gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der jede Person Platz findet.“

Anna Geiger (iC group)

Für Annamaria De Franco, die als herausragendes EPBN WISE Ally ausgezeichnet wurde, steht vor allem solidarisches Handeln im Mittelpunkt:

„In einer Welt, in der Akzeptanz und Vielfalt zunehmend angegriffen werden, steht Allyship für mich für Solidarität: aktiv gegen Vorurteile aufzustehen und im Hintergrund Stärke und Ermutigung zu geben, damit andere sich entflaten und strahlen können.“

Annamaria De Franco (Sandoz)

Auch Ken Goigner sieht in seinem täglichen Umfeld einer Polytechnischen Schule in Wien großes Veränderungspotenzial:

„Am meisten stolz bin ich auf meine Schüler:innen. Wenn aus Ablehnung Neugier wird, aus Vorurteilen Fragen und aus Schweigen Respekt – dann zeigt sich, was Bildung bewirken kann.“

Ken Goigner (Teach For Austria)

Neben Konferenz und Awards bildete auch das EPBN-WISE Mentoring-Programm einen zentralen Bestandteil des Projekts. Insgesamt wurden 25 Mentees aus ganz Europa geehrt, die in den vergangenen zwei Jahren Teil des internationalen Programms waren.

Das Mentoring-Programm brachte Teilnehmende aus unterschiedlichen Ländern, Branchen und Karrierephasen zusammen und schuf Raum für Vernetzung, Wissenstransfer und gegenseitige Unterstützung. Damit zeigt das Projekt, dass nachhaltige Veränderung nicht nur durch Strategien und Auszeichnungen entsteht, sondern vor allem durch Menschen, Austausch und langfristige Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.

   

Österreichische Expertise prägt europäische Standards

Für Pride Biz Austria, AGPRO und QBW* zeigt die Auszeichnung vor allem die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit: „Dass österreichische Unternehmen, österreichische Role Models und mit dem Meritus sogar eine in Österreich entwickelte Methodologie europaweit sichtbar werden, zeigt die Stärke grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Vielfalt und Inklusion sind kein Randthema, sondern ein Wettbewerbs- und Zukunftsfaktor für Europa“, betont Lukas Burian, Präsident von AGPRO und Pride Biz Austria.

Auch Clar Gallistl, Vizepräsidentschaft von Pride Biz Austria, unterstreicht die strategische Bedeutung von Diversität für Unternehmen:„Wer alle Potenziale im Unternehmen ausschöpfen will, muss Diversity, Equity und Inclusion als grundlegende Fairnessarbeit begreifen. Kein Add-on, kein Nice-to-have, sondern Belonging als Kern der Unternehmenskultur.“

 

Über EPBN-WISE

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts WISE („Workplace Inclusion for a Sustainable Europe“) statt, das durch die Europäische Union im Rahmen des CERV-Programms gefördert wird. Das Projekt wird vom European Pride Business Network (EPBN) getragen und gemeinsam mit Organisationen aus mehreren europäischen Ländern umgesetzt – darunter Pride Biz Austria (Österreich), Pride Business Forum (Tschechien), L’Autre Cercle (Frankreich), EDGE (Italien) sowie der Völklinger Kreis (Deutschland).

Fotos (c) EPBN / Adam & Costey

2026-06-03T16:18:56+02:00
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